Biogarten Paradies,  Blühendes Neu Wulmstorf,  Veranstaltungsrückblick

Rückblick: Vortrag „Der naturnahe Garten – für Hummel, Biene und Co.“ von Heike Wiese

Wenn Blätter groß, grün und unversehrt sind, dann stimmt etwas nicht.“, so Biologin Heike Wiese heute Vormittag bei ihrem sehr informativen und anschaulichen Vortrag mit dem Thema „Der naturnahe Garten – für Hummel, Biene und Co.“ im MGH Courage.

Was für viele Hobbygärtnernde erst einmal fast schon wie eine anmaßende Provokation klingt, macht im naturnah angelegten, konsequent biologisch bewirtschafteten Garten aber nur Sinn.

Alles ist Teil des Kreislaufs

Jedes noch so kleine Zahnrädchen in diesem Getriebe hat seine Aufgabe. Vermeintliche und oft gefürchtete „Schädlinge“ und „Un“kräuter bilden die Nahrungsgrundlage für andere wichtige Tiere. Hier profitieren nicht nur die Stars unter der beliebten Insekten: Biene und Hummel. Von der Raupe – die später zum hübschen Schmetterling wird – bis zu Vögeln und Kleinsäugern wie z.B. Igeln, alle und alles braucht einander. So zeigte Frau Wiese in Ihrem Vortrag viele verschiedene Möglichkeiten auf, sehr unterschiedliche Lebensräume mit kleinem Aufwand so zu gestalten, dass die Vielfalt im Garten wächst und das Gleichgewicht stabiler wird. Sie zeigte aber auch einige Beispiele, wie man es besser nicht machen sollte.

Hübsch anzusehen, aber wertlos für Insekten: Bei gefüllten Blüten sind die Staubgefäße zu Blütenblättern umgezüchtet worden.

Naturnah: kostengünstig und kinderleicht

Ein vielleicht überraschendes Hilfsmittel, das einige Male im Vortrag Erwähnung fand, war übrigens der simple Maurerkübel. Er kann  in entsprechender Größe zur Schaffung einer Wasserstelle, als Hochbeet für den Gemüseanbau, aber auch als Wurzelsperre für nützliche Wildpflanzen mit starkem Ausbreitungsdrang dienen, so auch den Brennnesseln, übrigens eine der Lieblingspflanzen der Referentin. Zum Abschluss präsentierte uns Frau Wiese reichlich Portraits von nützlichen und oft auch gleichzeitig optisch sehr attraktiven Pflanzen, die im Privatgarten einen sinnvollen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt leisten können.

Von der Theorie zur Praxis

Im Anschluss ging es dann zu einem Rundgang in unserem Biogarten. Neben der geplanten Führung und Vorstellung der bereits erstellten und geplanten  Gartenbereiche durch unsere „garteneigene“ Biologin Sarah Uferkamp ergaben sich auch tolle Gespräche unter den Teilnehmenden. Den Kopf voller Ideen gingen dann am frühen Nachmittag alle inspiriert aus dieser Veranstaltung. Und auch wir als Biogarten haben so einiges noch für uns mitgenommen, wie wir unser kleines „Paradies“ weiterhin gestalten können. Für die Natur und natürlich letztendlich auch das Klima, denn darin schließt sich letztendlich der ganz große Kreislauf.

Interessierte Teilnehmende und Vortragsreferentin Heike Wiese erfuhren von Biologin Sarah Uferkamp Wissenswertes über unser Gartenkonzept und Elemente wie den im Bild zu sehenden Käferkeller.

Falls Sie den Vortrag verpasst haben sollten, oder Ihnen im Nachhinein noch Fragen zum Thema „Naturnahe Gartenbepflanzung“eingefallen sind, kein Problem: der Botanische Garten der Uni Hamburg bietet eine Pflanzenberatung für Privatpersonen an. Wer direkt vor Ort in Neu Wulmstorf Ansprechpartner sucht, kann sich auch gerne an die Arbeitsgruppe „Blühendes Neu Wulmstorf“ unseres Klimaforums wenden. Auch hier bekommen Sie kostenlose, kompetente Beratung und Inspiration für Ihren eigenen Garten oder Balkon.


Heike Wiese arbeitet seit 25 Jahren im Botanischen Garten Hamburg, ist Gärtnerin, Biologin und wesensgemäße Imkerin.

Heike Wiese

Anne Pelz ist Web-Administratorin des KlimaForums Neu Wulmstorf und gestaltet zudem aktiv den Biogarten Paradies mit - sowohl im "realen Leben", als auch virtuell auf Instagram. Mit ihren zwei Kindern und Hund Paul lebt sie im Apfelgarten in Neu Wulmstorf. In ihrer Freizeit erkundet sie gerne wandernd oder walkend Moor und Heide.

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